Blätterteig-Prasselkuchen: Vergessene Streusel-Variante aus den 1950ern

Blätterteig-Prasselkuchen: Vergessene Streusel-Variante aus den 1950ern

In den wirtschaftswunderlichen 1950er-Jahren, als deutsche Haushalte langsam wieder zu Wohlstand kamen, entstand eine bemerkenswerte Backkreation, die heute nahezu in Vergessenheit geraten ist: der blätterteig-prasselkuchen. Dieser kuchen vereint die Leichtigkeit von blätterteig mit einer knusprigen streuselschicht, die beim Backen charakteristisch prasselt – daher der Name. Während die meisten streuselkuchen auf hefeteig basieren, wagte man damals das Experiment mit fertigem blätterteig, was die Zubereitung erheblich vereinfachte. Diese vergessene variante verdient es, wiederentdeckt zu werden, denn sie bietet eine wunderbare Texturkombination aus buttrig-blättrigem Boden und süß-knusprigen streuseln. Die Zubereitung erfordert keine besonderen Fertigkeiten und gelingt selbst Backanfängern mühelos.

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facile

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. blätterteig vorbereiten

Den tiefgekühlten blätterteig etwa 30 minuten vor der Verarbeitung aus dem Gefrierfach nehmen und bei Raumtemperatur antauen lassen. Er sollte biegsam sein, aber noch kühl bleiben. Den backofen auf 180 grad celsius umluft vorheizen. Die springform mit backpapier auslegen und den rand leicht einfetten. Den blätterteig vorsichtig ausrollen und in die vorbereitete form legen, dabei einen etwa 2 zentimeter hohen rand hochziehen. Mit einer gabel mehrmals in den teigboden einstechen, damit sich beim Backen keine luftblasen bilden. Das einstechen nennt man in der fachsprache „dockieren“ und verhindert, dass der teig zu stark aufgeht.

2. streusel herstellen

Für die charakteristischen prasselstreusel die kalte butter in kleine würfel schneiden. In einer schüssel das mehl mit dem zucker, vanillezucker, zimt und gemahlenen mandeln vermischen. Die butterwürfel hinzufügen und mit den fingerspitzen oder einer gabel zu groben streuseln verarbeiten. Die masse sollte nicht zu fein werden – größere streuselklumpen sorgen für den typischen prasseleffekt beim Backen. Die streusel kurz kaltstellen, während der teigboden vorbereitet wird. Streusel sind eine krümelige mischung aus butter, mehl und zucker, die beim Backen knusprig wird.

3. marmeladenschicht auftragen

Die aprikosenmarmelade in einem kleinen topf leicht erwärmen, bis sie streichfähig wird. Mit einem backpinsel oder löffel die marmelade gleichmäßig auf dem blätterteigboden verteilen, dabei etwa einen zentimeter zum rand freilassen. Die marmelade bildet eine fruchtige zwischenschicht und verhindert, dass der teig durchweicht. Falls die marmelade stückchen enthält, diese vorher durch ein sieb streichen für eine glattere konsistenz.

4. streusel verteilen und backen

Die vorbereiteten streusel gleichmäßig über die marmeladenschicht streuen. Dabei darauf achten, dass die gesamte oberfläche bedeckt ist, aber die streusel nicht zu fest angedrückt werden – sie sollen locker aufliegen. Die springform auf der mittleren schiene in den vorgeheizten backofen schieben und etwa 30 bis 35 minuten backen. Der kuchen ist fertig, wenn die streusel goldbraun sind und der blätterteig an den rändern knusprig aussieht. Ein herrlicher duft nach butter und zimt erfüllt die küche. Den kuchen im ofen kurz abkühlen lassen, bevor er aus der form gelöst wird.

5. glasur zubereiten und fertigstellen

Während der kuchen abkühlt, eine einfache zitronenglasur herstellen. Den puderzucker in eine kleine schüssel sieben und mit dem zitronensaft zu einer glatten, dickflüssigen masse verrühren. Falls die glasur zu dick ist, tropfenweise etwas wasser hinzufügen. Den noch leicht warmen kuchen aus der springform lösen und auf ein kuchengitter setzen. Die zitronenglasur mit einem löffel in dünnen fäden über die streuseloberfläche träufeln. Die glasur verleiht dem kuchen eine leichte säure, die perfekt zur süße der streusel passt. Vollständig auskühlen lassen, bevor der kuchen angeschnitten wird.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Um besonders knusprige streusel zu erhalten, können sie die butterstreusel vor dem Backen für 15 minuten ins gefrierfach legen. Kalte streusel behalten ihre struktur besser und werden beim Backen noch knuspriger. Für eine authentischere 1950er-variante können sie einen teil der mandeln durch haselnüsse ersetzen, die damals häufiger verwendet wurden. Der kuchen schmeckt am zweiten tag oft noch besser, da die aromen Zeit hatten zu verschmelzen. Bewahren sie ihn in einer kuchenbox bei zimmertemperatur auf.

passende getränke zum prasselkuchen

Zu diesem nostalgischen gebäck passt hervorragend ein klassischer filterkaffee, wie er in den 1950ern üblich war – mittelstark und nicht zu bitter. Alternativ harmoniert ein schwarzer tee mit einem schuss milch wunderbar mit den zimtstreuseln. Für nachmittägliche kaffeekränzchen empfiehlt sich auch ein malzkaffee oder getreidekaffee, der damals sehr beliebt war. Kinder freuen sich über ein glas kalte milch oder kakao zum kuchen. An warmen tagen kann auch ein eiskaffee eine erfrischende begleitung sein.

Zusätzliche Info

Die geschichte des prasselkuchens reicht in die nachkriegszeit zurück, als findige hausfrauen begannen, mit industriell hergestelltem blätterteig zu experimentieren. Der name prasselkuchen leitet sich vom charakteristischen geräusch ab, das die streusel beim Backen im heißen ofen erzeugen. In den 1950er-jahren galt dieser kuchen als modern und fortschrittlich, da er die arbeitsintensive herstellung von hefeteig umging. Besonders in städtischen haushalten, wo berufstätige frauen weniger zeit zum Backen hatten, wurde diese variante geschätzt. Mit dem aufkommen immer neuer backtrends geriet der prasselkuchen ab den 1970ern zunehmend in vergessenheit. Heute erlebt er als retro-gebäck eine kleine renaissance bei liebhabern traditioneller backkunst. Interessanterweise findet man ähnliche zubereitungen in österreichischen und schweizer backbüchern jener epoche, was auf einen größeren austausch von rezepten im deutschsprachigen raum hindeutet.

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