Eierlikör gehört zu den beliebtesten Likören in Deutschland und lässt sich mit wenigen Zutaten zu Hause herstellen. Doch viele Hobbyköche kennen das Problem: nach wenigen Tagen im Kühlschrank wird der selbstgemachte Eierlikör flüssig und verliert seine cremige Konsistenz. Der entscheidende Trick liegt in der richtigen Zubereitung und einer besonderen Zutat, die den Likör bis zu vier Wochen lang perfekt cremig hält. Diese traditionelle Spezialität aus Eigelb, Zucker und Alkohol erfordert zwar etwas Geduld, belohnt aber mit einem Geschmackserlebnis, das jeden gekauften Eierlikör übertrifft. Mit der richtigen Technik gelingt dieses Rezept selbst Anfängern problemlos.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Eigelb und Zucker verarbeiten
Trennt zunächst die Eier sehr sorgfältig und gebt die acht Eigelbe in eine große Rührschüssel. Achtet darauf, dass absolut kein Eiweiß in die Schüssel gelangt, da dies die Konsistenz beeinträchtigen würde. Gebt den Puderzucker und den Vanillezucker hinzu. Schlagt die Masse mit dem Handmixer etwa fünf Minuten lang auf höchster Stufe, bis sie deutlich heller wird und eine cremige, fast schaumige Konsistenz erreicht. Diese intensive Verarbeitung ist wichtig, damit der Zucker sich vollständig auflöst und die Masse die richtige Bindung bekommt.
2. Die geheime Zutat einarbeiten
Hier kommt der entscheidende Trick: gebt die Speisestärke zur Eigelb-Zucker-Masse und rührt sie gründlich unter. Die Speisestärke wirkt als natürliches Bindemittel (eine Substanz, die verschiedene Zutaten miteinander verbindet und verhindert, dass sie sich trennen) und sorgt dafür, dass der Eierlikör seine cremige Konsistenz über Wochen behält. Viele traditionelle Rezepte verzichten auf diese Zutat, weshalb der Likör schnell flüssig wird. Rührt die Stärke mindestens eine Minute lang ein, damit keine Klümpchen entstehen.
3. Sahne und Kondensmilch erwärmen
Gebt die Sahne und die Kondensmilch in einen Topf und erwärmt die Mischung bei mittlerer Hitze. Verwendet dabei am besten ein Thermometer und achtet darauf, dass die Temperatur 70 Grad nicht überschreitet. Die Kondensmilch verleiht dem Eierlikör zusätzliche Cremigkeit und einen vollmundigen Geschmack. Rührt die Mischung ständig mit einem Schneebesen, damit nichts anbrennt. Sobald die Flüssigkeit leicht dampft und sich kleine Bläschen am Rand bilden, nehmt den Topf vom Herd.
4. Eigelbmasse und Milch verbinden
Jetzt wird es wichtig, vorsichtig zu arbeiten: gießt die warme Sahne-Kondensmilch-Mischung in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren zur Eigelbmasse. Dieser Vorgang nennt sich Temperieren (eine Technik, bei der temperaturempfindliche Zutaten langsam an eine höhere Temperatur gewöhnt werden, damit sie nicht gerinnen). Gießt niemals die gesamte Flüssigkeit auf einmal hinzu, sonst stockt das Eigelb und ihr bekommt eine klumpige Masse. Rührt dabei kontinuierlich mit dem Schneebesen, damit sich alles gleichmäßig verbindet.
5. Die Masse erhitzen
Gebt die gesamte Mischung zurück in den Topf und erhitzt sie unter ständigem Rühren bei niedriger bis mittlerer Hitze. Die Masse sollte eine Temperatur von etwa 75 Grad erreichen, aber keinesfalls kochen. Dieser Schritt ist wichtig für die Haltbarkeit, da durch die Hitze eventuelle Keime abgetötet werden. Rührt etwa fünf Minuten lang ständig weiter, bis die Masse merklich dicker wird und den Schneebesen leicht überzieht. Nehmt den Topf dann sofort vom Herd und lasst die Mischung vollständig abkühlen.
6. Alkohol hinzufügen
Sobald die Masse auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, gebt ihr den Wodka oder Korn sowie den Rum hinzu. Der Alkohol darf erst jetzt zugegeben werden, da er sonst bei der Erhitzung verdampfen würde. Die Alkoholmenge sorgt nicht nur für den typischen Geschmack, sondern auch für die Konservierung des Likörs. Rührt den Alkohol gründlich unter, bis sich alles gleichmäßig vermischt hat. Die Konsistenz sollte jetzt schön cremig und sämig sein.
7. Abfüllen und lagern
Füllt den fertigen Eierlikör durch einen Trichter in saubere, ausgekochte Glasflaschen mit festem Verschluss. Verschließt die Flaschen sofort und stellt sie in den Kühlschrank. Dank der Speisestärke bleibt der Likör nun bis zu vier Wochen lang perfekt cremig. Schüttelt die Flasche vor jedem Gebrauch leicht, um die Konsistenz gleichmäßig zu verteilen. Beschriftet die Flaschen am besten mit dem Herstellungsdatum, damit ihr die Haltbarkeit im Blick behaltet.
Tipp vom Chefkoch
Der wichtigste Trick für einen cremigen Eierlikör liegt tatsächlich in der Speisestärke. Dieses einfache Bindemittel verhindert, dass sich die Zutaten im Kühlschrank trennen. Wer einen noch intensiveren Geschmack möchte, kann einen Teelöffel echtes Vanillemark statt Vanillezucker verwenden. Achtet beim Erhitzen unbedingt darauf, die Temperatur nicht zu hoch werden zu lassen, sonst gerinnt das Eigelb und die Konsistenz wird körnig. Ein Küchenthermometer ist dabei eine große Hilfe. Verwendet ausschließlich frische Eier von hoher Qualität, da rohe Eigelbe verarbeitet werden. Wer möchte, kann die Alkoholmenge nach persönlichem Geschmack anpassen, sollte aber mindestens 15 Prozent Alkoholgehalt beibehalten, damit der Likör haltbar bleibt. Für eine schokoladige Variante könnt ihr zwei Esslöffel Kakaopulver zur Eigelbmasse geben.
Passende Getränke zum Eierlikör
Eierlikör wird klassisch pur in kleinen Likörgläsern serviert und eignet sich hervorragend als Digestif nach einem festlichen Essen. Besonders in der Weihnachtszeit passt er wunderbar zu einer Tasse starkem Espresso oder Cappuccino. Wer es weniger süß mag, kann den Eierlikör mit heißer Schokolade mischen oder ihn über Vanilleeis gießen. Auch in Cocktails macht sich selbstgemachter Eierlikör ausgezeichnet, beispielsweise kombiniert mit Amaretto und Sahne als cremiger After-Dinner-Drink. Zu Gebäck wie Waffeln oder Pfannkuchen harmoniert er ebenfalls perfekt.
Zusätzliche Info
Eierlikör, auch als Advocaat bekannt, hat seine Wurzeln in den Niederlanden und wurde ursprünglich aus Avocados hergestellt. Deutsche Auswanderer in Südamerika mixten im 17. Jahrhundert einen Drink aus Avocadofleisch, Zucker und Rum. Zurück in Europa ersetzten sie die exotische Frucht durch Eigelb, das eine ähnlich cremige Konsistenz lieferte. Der Name Advocaat leitet sich vom niederländischen Wort für Avocado ab. In Deutschland entwickelte sich Eierlikör besonders im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Hausgetränk. Die Stadt Bonn gilt als Hochburg der Eierlikörproduktion. Traditionell wird Eierlikör zu Ostern und Weihnachten getrunken, eignet sich aber auch hervorragend als selbstgemachtes Geschenk. Der hohe Eigelbanteil macht ihn sehr nahrhaft und cremig. Wichtig ist, dass nur pasteurisierte oder sehr frische Eier verwendet werden, da das Eigelb nicht vollständig durchgegart wird.



