Frühlingsrezept · Spargelsaison
Jetzt, Mitte März, beginnt in Deutschland die sehnsüchtig erwartete Spargelzeit. Auf den Wochenmärkten liegen die ersten Stangen, noch zart, noch zurückhaltend im Aroma – und genau richtig für ein cremiges Spargel-Risotto. Doch ausgerechnet beim Rühren, dieser scheinbar simplen Geste, machen viele einen Fehler, vor dem italienische Köche seit Generationen warnen.
Risotto lebt von Geduld, Temperatur und Gefühl. Wer zu hektisch oder im falschen Moment rührt, zerstört die Textur, die dieses Gericht so besonders macht: außen cremig, im Kern leicht bissfest. Hier erfahren Sie, worauf es beim Spargel-Risotto wirklich ankommt – und wie Sie das Rühren richtig einsetzen. Binden Sie sich die Schürze um, der Frühling wartet im Topf.
| Vorbereitung | 15 Minuten |
| Garzeit | 20 Minuten |
| Portionen | 4 Personen |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Kosten | €€ |
| Saison | Spargel (März–Juni), Frühlingskräuter |
Geeignet für: Vegetarisch · Glutenfrei
Zutaten
- 300 g Risottoreis (Arborio oder Carnaroli)
- 500 g grüner Spargel
- 1 l Gemüsebrühe, heiß
- 1 kleine Schalotte
- 60 ml trockener Weißwein
- 40 g Butter
- 40 g frisch geriebener Parmesan
- 2 EL Olivenöl
- Salz
- Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Ustensilien
- Breiter, schwerer Topf oder Sauteuse
- Holzlöffel
- Schöpfkelle
- Kleines Messer
Zubereitung
1. Spargel vorbereiten und Brühe aromatisieren
Brechen Sie die holzigen Enden des Spargels ab – dort, wo die Stange von selbst nachgibt. Schneiden Sie die Spitzen ab und legen Sie sie beiseite. Die Stangen in dünne Scheiben schneiden. Wer möchte, kann die Enden in der Brühe 10 Minuten mitköcheln lassen, um das Aroma zu intensivieren. Anschließend entfernen. Die Brühe muss während des gesamten Kochvorgangs heiß bleiben, sonst stockt der Garprozess.
2. Reis anschwitzen und nacrieren
Erhitzen Sie Olivenöl und die Hälfte der Butter bei mittlerer Hitze. Die fein gewürfelte Schalotte glasig dünsten, ohne Farbe nehmen zu lassen. Geben Sie den Reis dazu und rühren Sie 1–2 Minuten. Dieser Schritt heißt nacrieren: Die Reiskörner werden von Fett umhüllt und leicht durchsichtig, behalten aber ihren weißen Kern. So bleibt die Stärke im Inneren und wird später kontrolliert abgegeben.
3. Mit Wein ablöschen und Brühe schrittweise zugeben
Löschen Sie mit Weißwein ab und lassen Sie ihn fast vollständig verdampfen. Nun eine Kelle heiße Brühe angießen. Hier beginnt der entscheidende Punkt: Rühren Sie regelmäßig, aber nicht ununterbrochen. Zu starkes, permanentes Rühren löst zu viel Stärke auf einmal und macht das Risotto klebrig statt cremig. Zu seltenes Rühren führt dazu, dass es am Boden ansetzt. Ziel ist eine sanfte Bewegung alle 20–30 Sekunden.
4. Spargel integrieren und Gargrad prüfen
Nach etwa 10 Minuten die Spargelscheiben unterheben. Die Spitzen erst 3–4 Minuten vor Ende zugeben, damit sie ihre Struktur behalten. Fügen Sie weiterhin portionsweise Brühe hinzu, sobald die Flüssigkeit fast aufgenommen ist. Nach insgesamt 18–20 Minuten ist der Reis al dente – weich, aber mit leichtem Widerstand im Kern.
5. Die „Mantecatura“ – das Finale
Nehmen Sie den Topf vom Herd. Rühren Sie die restliche kalte Butter und den Parmesan ein. Dieser Schritt heißt in Italien mantecatura: Durch das Emulgieren von Fett und Stärke entsteht die typische, fließende Konsistenz. Decken Sie den Topf 1 Minute ab. Das Risotto sollte sich beim Schwenken wellenartig bewegen – nicht stehen wie Brei, nicht laufen wie Suppe.
Mon astuce de chef
Der häufigste Fehler ist permanentes, hektisches Rühren bei zu hoher Hitze. Das Korn reibt sich dabei zu stark, die Stärke tritt abrupt aus – das Ergebnis wirkt schwer und pastös. Halten Sie die Temperatur moderat und lassen Sie dem Reis kurze Ruhephasen. Im Frühling können Sie einen Teil des Spargels fein pürieren und unterheben, um die Farbe und das Aroma zu intensivieren.
Accords mets et vins
Ein Spargel-Risotto verlangt nach Frische und moderater Säure. Der Wein sollte das feine Gemüse nicht überdecken.
Ein trockener Silvaner aus Franken oder ein Pinot Grigio aus Norditalien passt mit seiner dezenten Frucht und klaren Struktur. Wer es alkoholfrei mag, wählt ein leicht gekühltes Mineralwasser mit wenig Kohlensäure und einem Spritzer Zitronenzeste.
En savoir plus sur ce plat
Risotto stammt aus Norditalien, insbesondere aus der Lombardei und dem Piemont, wo Rundkornreis seit Jahrhunderten angebaut wird. Die Technik basiert auf der kontrollierten Freisetzung von Stärke – daher die Bedeutung des richtigen Rührens. Spargel gilt in Italien wie in Deutschland als Frühlingssymbol und wird oft schlicht mit Butter und Parmesan kombiniert.
Während in Deutschland weißer Spargel dominiert, bevorzugt man in Italien häufig grünen Spargel mit kräftigerem Aroma. Moderne Varianten ergänzen Zitronenabrieb, frische Kräuter oder sogar ein pochiertes Ei als Topping.
Valeurs nutritionnelles (pro Portion, ungefähre Werte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~520 kcal |
| Eiweiß | ~14 g |
| Kohlenhydrate | ~75 g |
| davon Zucker | ~5 g |
| Fett | ~18 g |
| Ballaststoffe | ~4 g |
Häufige Fragen
Kann man Risotto vorbereiten?
Risotto schmeckt frisch am besten. Sie können es jedoch 2–3 Minuten vor dem perfekten Garpunkt stoppen, ausbreiten und später mit etwas heißer Brühe fertig garen.
Warum wird mein Risotto klebrig?
Meist wurde zu stark oder dauerhaft gerührt oder zu viel Flüssigkeit auf einmal hinzugegeben. Auch falscher Reis, etwa Langkornreis, führt zu einer ungünstigen Textur.
Kann ich weißen Spargel verwenden?
Ja. Schälen Sie ihn gründlich und schneiden Sie ihn kleiner, da er länger gart. Das Aroma ist milder und leicht süßlich.
Wie bewahrt man Reste auf?
Luftdicht verschlossen hält sich Risotto im Kühlschrank etwa 1–2 Tage. Beim Erwärmen etwas Brühe oder Wasser zugeben und langsam erhitzen.



