Die türkische Pide gehört zu den beliebtesten Gerichten der anatolischen Küche und erobert seit Jahren die Herzen von Feinschmeckern weltweit. Dieses gebackene Fladenbrot, gefüllt mit würzigem Hackfleisch, vereint knusprigen Teig mit saftiger Füllung zu einem authentischen Geschmackserlebnis. In der Türkei wird Pide traditionell in speziellen Steinöfen zubereitet, doch mit den richtigen Handgriffen gelingt das Gericht auch im heimischen Backofen hervorragend. Die charakteristische bootsförmige Form macht die Pide nicht nur optisch zum Hingucker, sondern sorgt auch dafür, dass die aromatische Füllung perfekt im Teig eingeschlossen bleibt. Ob als Hauptgericht zum Mittagessen oder als herzhafter Snack am Abend: die Pide überzeugt durch ihre Vielseitigkeit und ihren unverwechselbaren Geschmack.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Hefeteig vorbereiten
Gebt das lauwarme Wasser in eine große Schüssel und löst darin die Trockenhefe sowie den Zucker auf. Lasst diese Mischung etwa fünf Minuten ruhen, bis sich kleine Bläschen bilden. Das zeigt euch, dass die Hefe aktiv ist und zu arbeiten beginnt. Fügt nun das Mehl, das Salz und zwei Esslöffel Olivenöl hinzu. Verknetet alle Zutaten etwa zehn Minuten lang zu einem geschmeidigen, elastischen Teig. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben, aber auch nicht zu fest sein. Formt eine Kugel, bestreicht sie leicht mit Öl, deckt die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch ab und lasst den Teig an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen, bis er sich verdoppelt hat.
2. Hackfleischfüllung zubereiten
Während der Teig ruht, kümmert ihr euch um die würzige Füllung. Schält die Zwiebeln und den Knoblauch und hackt beides sehr fein. Erhitzt einen Esslöffel Olivenöl in einer Pfanne und bratet die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig an. Gebt dann den Knoblauch dazu und lasst ihn kurz mitbraten, bis er duftet. Fügt das Hackfleisch hinzu und bratet es unter ständigem Rühren krümelig an. Würzt mit Tomatenmark, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Pul Biber und schwarzem Pfeffer. Lasst alles etwa zehn Minuten köcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Die Füllung sollte saftig, aber nicht wässrig sein. Wascht die Petersilie, schüttelt sie trocken, hackt sie fein und hebt sie unter die Hackfleischmasse. Lasst die Füllung vollständig abkühlen, bevor ihr sie auf den Teig gebt.
3. Teig formen und belegen
Heizt den Backofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vor. Teilt den aufgegangenen Teig in vier gleich große Portionen. Bestäubt eure Arbeitsfläche leicht mit Mehl und rollt jede Portion zu einem ovalen Fladen von etwa drei Millimeter Dicke aus. Die Form sollte an ein längliches Boot erinnern. Verteilt die abgekühlte Hackfleischfüllung gleichmäßig auf den Teigfladen und lasst dabei einen Rand von etwa zwei Zentimetern frei. Faltet nun die langen Seiten des Teigs nach innen über die Füllung, sodass ein typischer Rand entsteht. Drückt die Enden zusammen und formt sie zu kleinen Spitzen, damit die charakteristische Bootsform entsteht. Diese Technik nennt man Kanten hochziehen und sie sorgt dafür, dass die Füllung beim Backen nicht ausläuft.
4. Pide backen und finalisieren
Legt die geformten Pide auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Verquirlt das Ei in einer kleinen Schüssel und bestreicht damit die Ränder der Pide großzügig. Diese Eistreiche sorgt für eine schöne goldbraune Farbe und einen glänzenden Teig. Bestreut die Ränder anschließend mit Sesamsamen und Schwarzkümmel für zusätzlichen Geschmack und eine authentische Optik. Schiebt das Blech in den vorgeheizten Ofen und backt die Pide etwa 18 bis 20 Minuten, bis der Teig goldbraun und knusprig ist. Achtet darauf, dass die Ränder nicht zu dunkel werden. Falls ihr einen Pizzastein besitzt, könnt ihr ihn vorheizen und die Pide direkt darauf backen, das ergibt einen noch knusprigeren Boden. Nehmt die fertigen Pide aus dem Ofen und lasst sie kurz abkühlen, bevor ihr sie serviert.
Tipp vom Chefkoch
Für einen besonders authentischen Geschmack könnt ihr dem Teig einen Esslöffel Joghurt hinzufügen, das macht ihn noch geschmeidiger und verleiht ihm eine leichte Säure. Wenn ihr die Pide besonders saftig mögt, gebt vor dem Backen noch etwas geriebenen Käse wie Mozzarella oder Feta über die Hackfleischfüllung. Die Füllung lässt sich wunderbar variieren: probiert gehacktes Lammfleisch statt Rind oder fügt gewürfelte Paprika und Tomaten hinzu. Wichtig ist, dass die Füllung nicht zu feucht ist, sonst weicht der Teig durch. Falls ihr keinen Pul Biber findet, könnt ihr ihn durch Chiliflocken ersetzen, allerdings ist der Geschmack dann etwas schärfer und weniger fruchtig. Reste der Pide lassen sich hervorragend einfrieren und bei Bedarf im Ofen aufbacken.
Passende Getränke zur Pide
Zur herzhaften türkischen Pide passt traditionell ein gekühlter Ayran, das erfrischende Joghurtgetränk, das die Würze der Hackfleischfüllung perfekt ausgleicht. Wer es alkoholisch mag, greift zu einem fruchtigen Rotwein aus der Türkei, beispielsweise einem Öküzgözü aus Anatolien, der mit seiner mittleren Körper und seinen Kirschnoten harmonisch zur würzigen Füllung passt. Alternativ empfiehlt sich ein trockener Rosé aus der Ägäisregion, der durch seine Frische und Mineralität die Aromen des Gerichts unterstreicht. Für Bierliebhaber ist ein helles Lagerbier eine ausgezeichnete Wahl, das die Geschmacksnuancen nicht überdeckt. Auch ein türkischer Schwarztee wird in der Türkei gerne zur Pide getrunken und rundet das authentische Erlebnis ab.
Zusätzliche Info
Die Pide stammt ursprünglich aus der Schwarzmeerregion der Türkei und hat sich von dort aus im gesamten Land verbreitet. Der Name leitet sich vom persischen Wort pita ab, was auf die gemeinsamen kulinarischen Wurzeln der Region hinweist. In türkischen Pideci, spezialisierten Restaurants für Pide, wird das Fladenbrot traditionell in großen Steinöfen bei sehr hohen Temperaturen gebacken, was den charakteristisch knusprigen Rand und den weichen Boden erzeugt. Es gibt unzählige regionale Varianten: von der Karadeniz Pidesi mit Anchovis und Ei bis zur Kasarli Pide mit geschmolzenem Käse. Die Pide unterscheidet sich von der italienischen Pizza durch ihre längliche Form und den höheren Teigrand, der die Füllung umschließt. In der Türkei wird Pide zu jeder Tageszeit gegessen und gilt als Nationalgericht, das Familien zusammenbringt. Die Kunst der Pidezubereitung wird oft von Generation zu Generation weitergegeben.



