Türkische Pide selbst backen: Geheimnis liegt in dieser einen Zutat

Türkische Pide selbst backen: Geheimnis liegt in dieser einen Zutat

Die türkische Pide gehört zu den beliebtesten Spezialitäten der anatolischen Küche und erobert seit Jahren die Herzen von Feinschmeckern weltweit. Dieses traditionelle Fladenbrot in Schiffsform, oft als „türkische Pizza“ bezeichnet, besticht durch seinen luftig-weichen Teig und seine herzhaften Beläge. Doch was macht eine authentische Pide wirklich aus? Das Geheimnis liegt in einer besonderen Zutat: Joghurt im Teig. Diese eine Komponente verleiht dem Brot seine charakteristische Textur, macht es besonders saftig und sorgt für den unverwechselbaren Geschmack. In dieser detaillierten Anleitung zeigen wir, wie auch Hobbyköche zu Hause eine perfekte Pide backen können, die mit den Originalen aus türkischen Bäckereien mithalten kann.

30

20

mittel

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Das lauwarme Wasser in eine große Schüssel geben und die Trockenhefe zusammen mit dem Zucker darin auflösen. Etwa 5 Minuten stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu schäumen. Dies zeigt, dass die Hefe aktiv ist und der Teig gut aufgehen wird.

2.

Den Joghurt zur Hefemischung geben und gut verrühren. Der Joghurt ist die geheime Zutat, die den Teig besonders saftig und aromatisch macht. Das Mehl, Salz und Olivenöl hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, entweder mit der Küchenmaschine für etwa 8 Minuten oder von Hand für 10-12 Minuten.

3.

Den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht geölte Schüssel legen. Mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Das Gehen lassen ist wichtig, damit der Teig seine luftige Konsistenz entwickelt.

4.

Währenddessen die Füllung vorbereiten. Die Zwiebeln sehr fein hacken und in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig dünsten. Das Hackfleisch hinzufügen und krümelig anbraten. Tomatenmark, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer einrühren und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Die Mischung sollte nicht zu flüssig sein, damit der Teig nicht durchweicht.

5.

Den Backofen auf 240 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Wenn vorhanden, den Pizzastein bereits mit aufheizen, da dieser für eine knusprige Unterseite sorgt.

6.

Den aufgegangenen Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in 4 gleichgroße Portionen teilen. Jede Portion zu einer ovalen Form von etwa 25 cm Länge und 15 cm Breite ausrollen. Der Teig sollte etwa 5 mm dick sein.

7.

Die Hackfleischmischung gleichmäßig auf den Teigfladen verteilen, dabei einen Rand von etwa 2 cm frei lassen. Die langen Seiten des Teigs nach innen einschlagen und die Enden spitz zusammendrücken, sodass die typische Schiffsform entsteht. Diese Form ist charakteristisch für die Pide und verhindert, dass die Füllung herausläuft.

8.

Die Pide auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Das verquirlte Ei mit einem Pinsel auf den Teigrand auftragen und mit Sesam bestreuen. Dies sorgt für eine schöne goldbraune Farbe und einen zusätzlichen Geschmack.

9.

Die Pide im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene etwa 15-20 Minuten backen, bis der Teig goldbraun und knusprig ist. Die Backzeit kann je nach Ofen leicht variieren, daher nach 15 Minuten kontrollieren.

10.

Die fertig gebackene Pide sofort nach dem Herausnehmen mit geschmolzener Butter bestreichen. Dies macht den Teig noch geschmeidiger und verleiht ihm einen herrlichen Glanz. Heiß servieren und nach Belieben mit frischen Kräutern wie Petersilie garnieren.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Um eine besonders authentische Pide zu erhalten, sollte der Joghurt mindestens 3,5% Fettgehalt haben. Je cremiger der Joghurt, desto saftiger wird der Teig. Wer keinen türkischen Joghurt findet, kann auch griechischen Joghurt verwenden, dieser hat eine ähnlich cremige Konsistenz. Ein weiterer Profi-Tipp: Den Teig am Vortag vorbereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Dies entwickelt noch mehr Geschmack und macht den Teig noch elastischer. Beim Ausrollen nicht zu viel Mehl verwenden, da dies den Teig trocken machen kann. Stattdessen die Arbeitsfläche und das Nudelholz nur leicht bemehlen. Für eine vegetarische Variante kann die Hackfleischfüllung durch eine Mischung aus Spinat, Feta und Zwiebeln ersetzt werden.

Passende Getränke zur türkischen Pide

Zur Pide passt traditionell Ayran, ein erfrischendes türkisches Joghurtgetränk, das die Würze des Hackfleischs perfekt ausgleicht. Alternativ harmoniert auch ein leichter türkischer Schwarztee hervorragend mit diesem herzhaften Gericht. Wer Wein bevorzugt, sollte zu einem trockenen Rotwein wie einem türkischen Öküzgözü oder einem fruchtigen Rosé greifen. Auch alkoholfreie Optionen wie frisch gepresster Granatapfelsaft oder ein kühles Mineralwasser mit Zitrone ergänzen die Aromen der Pide ausgezeichnet.

Zusätzliche Info

Die Pide hat eine jahrhundertealte Tradition in der türkischen Küche und stammt ursprünglich aus der Schwarzmeerregion, wo sie in speziellen Steinöfen gebacken wurde. Der Name leitet sich vom persischen Wort „pita“ ab, was Brot bedeutet. Jede Region der Türkei hat ihre eigene Pide-Variante mit unterschiedlichen Füllungen und Formen. Während in Trabzon die Pide mit Käse und Ei gefüllt wird, bevorzugt man in anderen Regionen Hackfleisch oder Sucuk. Das Besondere an der Pide ist ihre charakteristische Bootsform, die nicht nur dekorativ ist, sondern auch praktische Gründe hat: Sie verhindert, dass die Füllung während des Backens herausläuft. In der türkischen Kultur wird Pide oft zu besonderen Anlässen serviert, besonders während des Ramadan ist sie ein beliebtes Gericht zum Fastenbrechen. Die Zugabe von Joghurt in den Teig ist ein Familiengeheimnis, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und macht den entscheidenden Unterschied zwischen einer guten und einer herausragenden Pide aus.

Drucken